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Selchower Flutgraben

 

Niederschlags-Abfluss-Modell für den Selchower Flutgraben

  • Auftraggeber: Landesumweltamt Brandenburg
  • Bearbeiter: BAH-Berlin
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Das Einzugsgebiet des Selchower Flutgrabens liegt im südöstlichen  Randbereich  von
Berlin. Das hydrologische Regime dieses Gebietes ist in den letzten Jahren durch eine intensive Bautätigkeit (Siedlungsdruck im Speckgürtel von Berlin) stark anthropogen überprägt worden. Mit dem geplanten Ausbau des Flughafens Berlin-Schönefeld sind weitere Veränderungen in diesem Gebiet zu erwarten.

Für dieses Gebiet wurde unter Nutzung des hydrologischen Modellierungssystems ArcEGMO ein Niederschlag-Abfluss-Modell aufgebaut.

Das GIS-gestützt arbeitende Modell wurde für die bis ca. 1990 im Gebiet geltenden Bedingungen kalibriert. Zielgröße dabei war die Pegelreihe Zeuthen für den Zeitraum 1976 bis 1989.

Mit diesem Modell wurde dann der derzeitige Zustand des hydrologischen Regimes abgebildet. Dieser Ist-Zustand bildet das Referenzlevel für die Bewertung von Änderungen im Einzugsgebiet (weitere Bebauung, Flughafenausbau) hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das hydrologische Regime. Kriterien hierbei sind die Gewässerkundlichen Hauptzahlen MNQ, MQ und MHQ, die Abflussdauerlinie und Hoch- und Niedrigwasserstatistische Kennwerte (HQ(T), NQ(T,D))

Im Ergebnis der vorliegenden Modelluntersuchungen hat sich gezeigt, dass auch in wasserwirtschaftlich komplizierten Einzugsgebieten Niederschlags-Abfluss-Modelle ein fundiertes Planungsinstrument sein können.

Mit dem aufgebauten hydrologischen Modell ist es gelungen, wesentliche Charakteristika des hydrologischen Regimes des zu untersuchenden Einzugsgebietes plausibel abzubilden.

Verbesserungswürdig ist allerdings die Nachbildung der Gewässerretention bei seltenen Abflussereignissen. Hier wirken sich die z.Z. integrierten Gewässergeometrien am stärksten aus. Sie beschreiben nicht den aktuellen Gewässerzustand und reichen nicht weit genug in die Vorländer hinein, so dass Retentionseffekte unterschätzt werden. Eine Modellqualifizierung ist durch eine Integration neuerer Gewässervermessungen zu erwarten.

Um die derzeitige Qualität des Modells zu erhalten, ist eine ständige Fortschreibung wünschenswert. Modellaktualisierungen sollten z.B. die Integration der aktuell erstellten Entwässerungsplanungen beinhalten. Ebenfalls laufend gehalten werden sollte die Flächennutzung, indem Neubebauungen, aber auch Änderungen vorhandener Bebauungen im Modell berücksichtigt werden.

Im Rahmen dieses Projektes wurde ein Softwaresystem erstellt, das dem Auftraggeber gestattet, Entwicklungen im Gebiet des Selchower Flutgrabens durch Modifikationen des Modells wie Änderungen in der Versiegelung oder in den Einleitungen und Entnahmen abbilden und nach entsprechenden Modellsimulationen hinsichtlich ihrer Auswirkungen bewerten zu können. Mit diesem Planungsinstrument können lokale Eingriffe in das hydrologische Regime ganzheitlich, d.h. hier hinsichtlich ihrer Auswirkungen über den lokalen Planungsrahmen hinaus eingeschätzt werden.

 

 

 

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