Büro für Angewandte HydrologieBüro für Angewandte Hydrologie

 

 

WaStor

 

WaStor

  • Auftraggeber: Bundesministerium für Forschung und Technologie
  • Bearbeiter: PIK Potsdam (W. Lahmer)
Projekt_150x100

 

Im Rahmen des Elbe-Ökologie-Projektes wurden im Teilprojekt „Wasser- und Stoffrückhalt im Tiefland des Elbeeinzugsgebietes“ (WaStor) spezielle Studien in besonders empfindlichen Teilgebieten der Elbe durchgeführt. Ziel der Untersuchungen war die Analyse des Abflussverhaltens und der Stoffausträge in den Flussgebieten des Elbetieflandes sowie der Nachweis signifikanter Reduzierungsmöglichkeiten für Stoffeinträge in Gewässer. Die hydrologische Analysen des Elbetieflandes wurden in verschiedenen Teilgebieten verfeinert.

Die Landnutzung und ihre Änderungen stellen - neben den Auswirkungen von Klimaänderungen - einen der bedeutendsten Aspekte des Globalen Wandels dar. In der vom PIK durchgeführten Teilstudie wird ein Konzept beschrieben, das die Erfassung der Einflüsse von Landnutzungsänderungen auf den regionalen Wasserkreislauf erlaubt. Die Anwendbarkeit und praktische Nutzbarkeit dieses Konzeptes wurde am Beispiel von zwei Untersuchungsgebieten im Elbetiefland nachgewiesen, und zwar für die im pleistozänen Tiefland liegenden mesoskaligen Teileinzugsgebiete der Oberen Stör (ca. 1.000 km²) und der Stepenitz (575 km²).

In vielen Bereichen des Elbetieflandes wurde der Landschaftswasserhaushalt seit Jahrzehnten in erheblichem Maße flächendeckend verändert. Ziel der durchgeführten Maßnahmen war neben der Entwässerung großflächiger Feuchtareale die Wasserregulierung in den Niedermoorgebieten, um auf diese Weise die landwirtschaftliche Nutzfläche zu vergrößern und die Flächenerträge zu erhöhen. Dabei wurden die landwirtschaftlichen Nutzungsansprüche oft losgelöst von den natürlichen Standortbedingungen betrachtet. Um die Auswirkungen komplexer Landnutzungsänderungen auf den regionalen Wasserhaushalt zu untersuchen, wurden im Teilprojekt des PIK Annahmen zur Umwandlung von Ackerflächen in andere Nutzungsformen gemacht. Als Kriterien für die Flächenausweisung und -umwandlung wurden Kombinationen naturräumlichen Indikatoren verwendet, aber auch sozioökonomische Aspekte, die sich z.B. aus der regionalen, nationalen oder europäischen Gesetzgebung ergeben.

Als Ergebnis der Rechnungen war festzustellen, dass sich mit den angenommenen moderaten Änderungen der aktuellen Landnutzung nur ein relativ geringe Verbesserung des Wasserrückhaltes erreichen lässt. Größere Effekte sind nur über ausgedehnte Wiederaufforstungsmaßnahmen bislang landwirtschaftlich genutzter Flächen zu realisieren, eine Maßnahme, deren Umsetzung für bereits heute unter Trockenstreß und Wasserknappheit leidende Regionen allerdings mehr als fraglich erscheint. Da einseitig auf schnellen Wasserabfluss aus der Landschaft orientierte Maßnahmen zu erheblichen Beeinträchtigungen des Landschaftswasserhaushaltes geführt haben und langfristig die Nachhaltigkeit der Landnutzung bedrohen, erscheint ein Umsteuern auf eine an Wasserrückhaltung orientierte Bewirtschaftung der Wasserressourcen sowie eine stärker auf die natürlichen Standortbedingungen ausgerichtete Landnutzung dringend erforderlich.

 

Literatur

Quast, J. und Steidl, J. (Hrsg.). Wasser- und Stoffrückhalt im Tiefland des Elbeeinzugsgebietes. Schlussbericht zum BMBF-Forschungsprojekt. Zentrum für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung. Müncheberg 2002.

Becker, A., Lahmer, W. (Hrsg.) (2004). Wasser- und Nährstoffhaushalt im Elbegebiet und Möglichkeiten zur Stoffeintragsminderung - Konzepte für die nachhaltige Entwicklung einer Flusslandschaft, Bd. 1, Weißenseeverlag, Berlin 2004, ISBN 3-89998-007-7, 494 S.

 

 

Kontakt   Sitemap   Impressum   Copyright © 2008 BAH   Stand: Freitag, 12. April 2013